RESILIENZ

Die Fähigkeit, auf belastende Lebenssituationen flexibel zu reagieren, faszinierte den amerikanischen Professor für Psychologie, Jack Block, von der Berkeley University in Kalifornien bereits in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. In Anlehnung an die Eigenschaften eines Stehaufmännchens wählte er einen Begriff aus der Werkstoffkunde: Resilienz (lateinisch, resilire: zurückspringen, abprallen). Diese wird Materialien attestiert, die trotz extremer Belastungen immer wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückkehren.

Die psychische Widerstandsfähigkeit ist somit die Fähigkeit, Krisen durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen zu bewältigen und als Anlass für die Persönlichkeitsentwicklung zu nutzen.

Eltern und ältere Geschwister können dazu beitragen, dass ein Kind Resilienz entwickelt. So sind Untersuchungen zufolge Kinder aus Familien emotional besonders stabil und schulisch erfolgreich, in denen sowohl die Eltern (obwohl diese selbst keine gute Bildung hatten) als auch die älteren Geschwister viel Wert auf Bildung legten und Bildung außerdem nicht als Mittel zum Zweck betrachtet wurde, sondern als Selbstzweck. Einen ganz besonders positiven Einfluss hatte es, wenn die Eltern den Kindern vorlasen, da dieser Vorgang die innerfamiliäre Bindung stärkte. Zudem profitieren die Heranwachsenen von Müttern und Vätern, die sich nicht isolieren, sondern den Kontakt zu Gleichgesinnten oder sozialen Einrichtungen suchen und Verantwortung übernehmen. Auch die Großeltern können eine Rolle spielen: Kinder ohne Kontakt zu ihren Großeltern sind häufiger vulnerabel (verwundbar). Für alle Altersgruppen gilt hingegen, dass immer verschiedene Sichtweisen auf eine Situation möglich sind und es auch sukzessive erlernt werden kann, Unabänderbares zu akzeptieren.

Die amerikanische Psychologenvereinigung (APA) veröffentlichte sogar eine Anleitung zum Erlernen von Resilienz – mit folgenden Empfehlungen: Sorge für dich selbst, glaube an deine Kompetenz, baue soziale Kontakte auf, entwickle realistische Ziele, verlasse die Opferrolle, nimm eine Langzeitperspektive ein und betrachte Krisen nicht als unüberwindbares Problem.

Doch eine derartige Lebenseinstellung ist schwer von jemandem nachzuvollziehen, der von Kindheit an auf der Verliererseite stand und dem das Leben keine Chance gab. So erinnerte der amerikanische Resilienzexperte Glen Elder in der Zeitschrift „Psychologie heute“ an die Unberechenbarkeit des Schicksals: „Nicht einmal große Begabung und Fleiß garantieren, dass man die Widrigkeiten des Lebens meistern kann – wenn die Chance dazu fehlt.“ Die Einbettung in ein von Vertrauen und Wertschätzung geprägtes Umfeld gehört einfach dazu.

Insofern macht ein therapeutischer Prozess Sinn, der das Ziel einer Stärkung der Resilienz zum Fokus hat.

RESILIENZ

Die Fähigkeit, auf belastende Lebenssituationen flexibel zu reagieren, faszinierte den amerikanischen Professor für Psychologie, Jack Block, von der Berkeley University in Kalifornien bereits in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. In Anlehnung an die Eigenschaften eines Stehaufmännchens wählte er einen Begriff aus der Werkstoffkunde: Resilienz (lateinisch, resilire: zurückspringen, abprallen). Diese wird Materialien attestiert, die trotz extremer Belastungen immer wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückkehren.

Die psychische Widerstandsfähigkeit ist somit die Fähigkeit, Krisen durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen zu bewältigen und als Anlass für die Persönlichkeitsentwicklung zu nutzen.

Eltern und ältere Geschwister können dazu beitragen, dass ein Kind Resilienz entwickelt. So sind Untersuchungen zufolge Kinder aus Familien emotional besonders stabil und schulisch erfolgreich, in denen sowohl die Eltern (obwohl diese selbst keine gute Bildung hatten) als auch die älteren Geschwister viel Wert auf Bildung legten und Bildung außerdem nicht als Mittel zum Zweck betrachtet wurde, sondern als Selbstzweck. Einen ganz besonders positiven Einfluss hatte es, wenn die Eltern den Kindern vorlasen, da dieser Vorgang die innerfamiliäre Bindung stärkte. Zudem profitieren die Heranwachsenen von Müttern und Vätern, die sich nicht isolieren, sondern den Kontakt zu Gleichgesinnten oder sozialen Einrichtungen suchen und Verantwortung übernehmen. Auch die Großeltern können eine Rolle spielen: Kinder ohne Kontakt zu ihren Großeltern sind häufiger vulnerabel (verwundbar). Für alle Altersgruppen gilt hingegen, dass immer verschiedene Sichtweisen auf eine Situation möglich sind und es auch sukzessive erlernt werden kann, Unabänderbares zu akzeptieren.

Die amerikanische Psychologenvereinigung (APA) veröffentlichte sogar eine Anleitung zum Erlernen von Resilienz – mit folgenden Empfehlungen: Sorge für dich selbst, glaube an deine Kompetenz, baue soziale Kontakte auf, entwickle realistische Ziele, verlasse die Opferrolle, nimm eine Langzeitperspektive ein und betrachte Krisen nicht als unüberwindbares Problem.

Doch eine derartige Lebenseinstellung ist schwer von jemandem nachzuvollziehen, der von Kindheit an auf der Verliererseite stand und dem das Leben keine Chance gab. So erinnerte der amerikanische Resilienzexperte Glen Elder in der Zeitschrift „Psychologie heute“ an die Unberechenbarkeit des Schicksals: „Nicht einmal große Begabung und Fleiß garantieren, dass man die Widrigkeiten des Lebens meistern kann – wenn die Chance dazu fehlt.“ Die Einbettung in ein von Vertrauen und Wertschätzung geprägtes Umfeld gehört einfach dazu.

Insofern macht ein therapeutischer Prozess Sinn, der das Ziel einer Stärkung der Resilienz zum Fokus hat.